In keiner anderen sportlichen Zunft werden so viele Seminare durchgeführt, wie in den kämpfenden Künsten. Da können im Monat für einen Aktiven schon mal gut 1000 Fahrkilometer zusammen kommen. Für Dozenten, wenn sie hauptberuflich unterwegs sind, können es weit mehr als 3000 Fahrkilometer werden. Von Flugmeilen wollen wir gar nicht reden.
Welchen Sinn hat dieser Aufwand für Schüler? Reicht es nicht, regelmäßig zum Training zu gehen und dort zu lernen?
Wenn man böse wäre, könnte man Seminare grob in zwei Kategorien einteilen, in Massenabfertigung und in Unterrichtsveranstaltung. Das muss durchaus aber keine Wertung sein, denn die Gründe, warum man ein Seminar besucht, sind unterschiedlich.
Möchte man einen bestimmten Meister/ Lehrer einmal mit „eigenen Augen" erleben, kann es auch befriedigend sein, eine >100 Teilnehmer-Veranstaltung zu besuchen. Je nach Graduierung, kann man aber Pech haben in der letzten Reihe zu stehen und doch nicht so viel zu sehen. Die Gefahr einer Massenveranstaltungen ist meist dann gegeben, wenn der ausrichtende Verband sehr mitgliederstark ist und/ oder der Dozent sehr beliebt oder bekannt.
Der Nutzen von Seminaren als Lehrveranstaltung ist unbestritten. Nur ist es schwer das Seminar für alle teilnehmenden Graduierungen gleich effektiv zu gestalten, sei denn, es gibt Teilnehmervorgaben. Aus diesem Grund ist die Menge dessen, was man mitnehmen kann reduziert. Lehrveranstaltungen machen Sinn, wenn sie Struktur haben. Entweder nach Graduierung, in den Themen oder beides. Für Black Belts wäre das die Master Class. Hier ist es möglich, sich tiefergehend mit Themen zu beschäftigen, ohne einen Schülergrad zu langweilen oder zu überfordern.
Nicht wenige, die selber unterrichten, schöpfen ihr Wissen zu 90% aus allgemeinen Lehrseminaren, da sie keinen eigenen Lehrer vor Ort haben. Das ist sehr mühsam und es ist schwer einem „roten Faden“ zu folgen. Man wird zum Jäger und Sammler, was dann auch oft auf den Lernweg der Schüler übertragen wird.
Was wäre nun der beste Weg?
Große Seminare dienen eher um Gleichgesinnte zu treffen/ kennenzulernen/ zu netzwerken, neue Stile/ Systeme zu sehen, sie machen Spaß, haben aber meist einen minimalen Lehreffekt.
Kleine Lehrseminare mit System mit bis ca. 30 Teilnehmer mit max 4 Stunden, vom Thema passend zum Lehrprogramm, sind eine wichtige Ergänzung auf dem Weg zur nächsten Stufe.
Also, Unsinn sind Seminare in dem meisten Fällen nicht, sei denn der Lehrer ist mangelhaft.
Man kann ohne Massenseminare (die nur einen Einblick geben, statt Training) sehr gut seinen Weg machen, Lehrseminare wäre wertvoller und sind ein wichtiger, nützlicher Begleiter für Schüler, wenn sie strukturiert sind. Schwarzgurte bis 3rd Black Belt sollten sich eher einen Lehrer suchen, den sie mindestens monatlich live konsultieren können um ein physisches Training zu haben.
🧠 Faustregel
Ein Seminar macht wirklich Sinn, wenn:
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👥 max. 20–40 Teilnehmer pro Trainer
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🥋 klare Level-Gruppen (Anfänger / Fortgeschrittene)
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🤝 genug Partnerwechsel & Praxiszeit
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👀 Trainer aktiv korrigiert
Wenn z. B. 100+ Leute bei einem einzigen Trainer sind, ist es eher:
➡️ Show / Inspiration statt echtes Techniktraining.
Nachdruck, Vervielfältigung und Verwendung nach vorheriger Nachfrage, schriftlicher Bestätigung und sichtbarer Nennung der Quelle: www.kenpo-berlin.de möglich.
